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Das Geheimnis der Dankbarkeit

Wer dankbar ist, hält den Schlüssel zum Glück in seiner Hand

Dankbarkeit ist wie die Achtsamkeit oder Aufmerksamkeit seit ein paar Jahren zu einem Modebegriff der esoterischen Ratgeberliteratur geworden. Viele Menschen schieben die Dankbarkeit daher auch in diese Ecke und wollen mit dem vergeistigten Hokuspokus nichts zu tun haben.

Dabei lohnt sich aber ein sachlicher Blick auf die Dankbarkeit allemal, denn sie kann wirklich Erstaunliches bewirken.

 

Was ist Dankbarkeit?

Dankbarkeit ist vor allem ein Gefühl, eine Empfindung. Wer Dankbarkeit nur denken will (weil eben in den Ratgebern steht „du musst dankbar sein“), aber nicht das entsprechende Gefühl dazu entwickeln kann, der empfindet keine Dankbarkeit. Nur wenn ein Gedanke auch von der passenden Emotion begleitet wird, wird man bewegt (engl. Motion = Bewegung, lat. movere = bewegen). Viele Gebete zum Beispiel widmen sich dem Thema Dankbarkeit. Sie werden aber oft nur ritualisiert aufgesagt, während der Kopf und die Gedanken ganz woanders sind.

Dankbarkeit ist aber auch eine Einstellung und eine Gewohnheit. Dankbar zu sein kann man üben und lernen. Eine gewisse Disziplin und Selbstmotivation sind am Anfang schon von Nöten. Es gibt die Regel, dass etwas 21 Tage wiederholt werden soll, bis es zur Angewohnheit geworden ist. Nach und nach kann man dann alte Verhaltens- und Denkmuster durch neue ersetzen.

Merke: Dankbarkeit ist ein Gefühl. Dankbarkeit ist eine Gewohnheit, die sich bei regelmäßigem Anwenden automatisch einstellt.

 

Was bewirkt Dankbarkeit?

Das Schöne ist: Dankbarkeit kostet nichts. Du bekommst etwas Wertvolles für Nichts.

Dankbarkeit öffnet nämlich das Herz. Menschen, die für etwas tiefe Dankbarkeit empfinden, spüren auch Glück, Zufriedenheit und Liebe. Das ist das Schöne, eine positive Emotion bringt auch immer andere schöne Gefühle mit sich. Leider verhält es sich mit den negativen Gefühlen auch andersrum.

Dankbare Menschen sind auch selbstbewusster. Sie empfinden sich selbst als wertvoller und zweifeln weniger an sich. Sie kümmern sich mehr um sich und um ihre Gesundheit. Sie empfinden ihr Leben und ihre Gesundheit als ein wertvolles Geschenk, das man pflegen muss.

Wer dankbar ist, hat auch generell bessere Beziehungen. Bessere Beziehungen zum Partner, zur Familie, zu Freunden, zu Kollegen, zum Chef, zu Nachbarn, sogar zu Verstorbenen. Dankbare Menschen empfinden mehr Empathie und Liebe gegenüber anderen Menschen. Gefühle wie Neid, Hass und Eifersucht treten bei Dankbaren viel seltener auf.

Und das Tolle ist: All das was wir durch unsere Dankbarkeit ausstrahlen kommt wieder zu uns zurück. Es gilt nämlich das allumfassende physikalische Gesetz der Resonanz, das besagt: Das was wir aussenden, kommt zu uns auch wieder zurück. Wir bekommen dann eben Dankbarkeit und seine Geschwister Liebe und Glück zurück.

Aber bevor ihr jetzt sagt: „Harry, jetzt wird es uns doch etwas zu esoterisch“, will ich euch natürlich auch ein paar „harte“ und messbare Fakten liefern.

Folgende Wirkungen der Dankbarkeit sind belegt:

  • Dankbare Menschen berichten über weniger Schmerzen
  • Sie fühlen sich selbst gesünder
  • Sie kümmern sich mehr um ihre Gesundheit: Sie essen gesünder, bewegen sich mehr, sie schlagen seltener über die Stränge und sie gehen regelmäßiger zum Arzt, um sich durchchecken zu lassen
  • Dankbare Menschen haben eine bessere Verdauung, Reizdarm und Reizmagen sind seltener
  • Dankbarkeit wirkt Burn-Out, Depression und Angstzuständen entgegen
  • Dankbarkeit steht direkt mit einem besseren und tieferen Schlaf in Verbindung
  • Dankbarkeit ist auch im Gehirn messbar: Areale, die mit Selbstbewusstsein und Glück in Verbindung stehen sind überdurchschnittlich aktiviert, dagegen sind Areale, die mit Angst und Stress verknüpft sind kleiner und kaum aktiv
  • Ebenfalls belegt sind bessere Herzgesundheit und weniger Entzündungen im Körper, Arterien sind weniger verkalkt und das Blut fließt schneller und eine bessere Nährstoffversorgung der Zellen wird gewährleistet
  • Dankbare Menschen sind widerstandsfähiger und resilienter, sie halten Stress besser aus und finden kreativere Lösungen für Probleme

Wie so oft spielen die Hormone eine entscheidende Rolle. Dankbarkeit produziert die Glückshormone Serotonin und Dopamin, aber auch das Wohlfühl- und Bindungshormon Oxytocin, welches zum Beispiel Säuglinge und stillende Mütter in hoher Dosis ausschütten. Daher fühlen wir auch eine tiefe Verbundenheit mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt.

Merke: Dankbarkeit macht glücklich und zufrieden. Dankbarkeit kommt in vielfacher Form zu dir zurück. Dankbarkeit macht und hält gesund.

 

Wie wende ich Dankbarkeit an?

Wie schon erwähnt, ist Dankbarkeit auch eine Gewohnheit und erfordert eine bestimmte zu wiederholende Vorgehensweise, bzw. ein Ritual, das man täglich übt („Von nichts kommt nichts“ oder „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“).

Ich empfehle dir ein sogenanntes Dankbarkeitstagebuch zu führen. Warum? Weil es einfach etwas Greifbares ist, das dir dabei hilft die Routine aufrecht zu erhalten. Lege das Buch/Heft auf dein Nachtkästchen oder an einen Ort, an dem du dich gut entspannen kannst und du wirst visuell an deine „Aufgabe“ erinnert. Das Nachtkästchen empfiehlt sich, weil du es siehst, wenn du aufwachst und wenn du schlafen gehst. Das Nachtkästchen ist auch deshalb ein guter Ort, weil wir morgens nach dem Aufwachen und abends vor dem Einschlafen am meisten Ruhe in unserem Kopf haben. Es ist dann leichter sich auf das Gefühl der Dankbarkeit einzulassen. Es fällt unserem Gehirn dann leichter in einen entspannten Zustand zu fallen.

Das Tagebuch ist natürlich keine Pflicht. Wer das einfach nicht mag, kann es auch ohne probieren. Oder man kann sein Tagebuch natürlich auch digital am PC führen oder auch ganz toll: Die Sachen für die man dankbar selbst aussprechen und sie per Diktatsoftware aufzeichnen und aufbewahren, denn oft liegt im Gesagten mehr Tiefe und Emotion als im Geschriebenen.

Die Erfahrung zeigt, dass es hilft eine Routine zu etablieren und diese weiter zu pflegen.

Wenn du nun soweit bist, dass du Ruhe hast und ungestört bist dann stell dir ganz simpel die Frage:

Für was bin ich heute dankbar?

Nimm einen tiefen Atemzug und dann lass die Gedanken schweifen. Wenn ich mich wirklich intensiv auf diese Übung einlasse bekomme ich oft schnell eine ganze Seite voll.

Hier ein paar Sachen als Anregung, die bei mir immer wieder auftauchen:

Ich bin dankbar für:

  • Meine Gesundheit
  • Meine wunderbare Frau und meine einzigartigen Kinder
  • Genug zu Essen und sauberes Wasser
  • Das Pfeifen der Vögel
  • Den Wald und die Wiese vor meiner Tür
  • Wundervolle Freunde
  • Regelmäßiges Einkommen
  • Meine Kreativität
  • Den Wind auf meiner Haut
  • Den Duft einer frischen Tasse Kaffee
  • Für Frieden
  • Mein warmes Bett
  • Meinen Badeweiher
  • Einen kurzen Arbeitsweg
  • Mein Lieblingsessen
  • Ein gelungenes Training
  • Einen tollen Ausflug
  • Die Vorfreude auf den nächsten Urlaub
  • Meine Freiheit
  • Für all meine Sinne
  • Für all meine Erfahrungen, die ich schon gesammelt habe und die mich zu dem Menschen machen der ich bin

Wie gesagt, das sind nur ein paar Anregungen aus meinem Leben. Vieles wird auch bei dir auftauchen. Aber sicher gibt es auch viele andere Sachen für die du ganz individuell dankbar bist.

Es wird dir auch nicht jeden Tag gleich viel einfallen. Am Abend eines stressigen Tages wird es dir schwerer fallen, dich überhaupt hinzusetzen und dann auch noch Sachen zu finden für die du dankbar bist. Dankbarkeit ist ein sehr positives Gefühl und es ist schwer, nach einem schlechten Tag mit vielen negativen Gefühlen, die einen gefangen halten, plötzlich positive Gefühle entgegensetzen zu wollen.

Aber, so wie du auch nach einem blöden Tag die Zähne putzt, so solltest du dich auch täglich deinem Dankbarkeitsritual widmen, bis es nach ein paar Wochen, wie das Zähneputzen zur Gewohnheit geworden ist.

Viele von uns scheitern leider oft an ihren guten Vorsätzen, weil sie zu früh aufgeben und wieder in ihre alten Verhaltensmuster zurückfallen.

Aber gut Ding braucht eben etwas Weile. Nach und nach gewöhnt sich dein Unterbewusstsein an die neue Struktur zu denken und dein Körper gewöhnt sich an die neuen guten Gefühle und die begleitenden Glückshormone.

Dann wird Dankbarkeit zu einer Einstellung und neuen Wesensart von dir, die dich fortwährend begleiten wird und du kannst einen der wichtigsten Schlüssel für Glück dein eigen nennen.

 

Zum Abschluss gleich die erste Übung: Sei dankbar für diesen Artikel von mir und teile ihn mit deinen Freunden.

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